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Onkologie Brandenburg: Ältere Krebspatienten

Onkologische Schwerpunktpraxis Brandenburg an der Havel

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Onkologische Schwerpunktpraxis Brandenburg an der Havel

Dipl.-Med. Carola Saati - Priv.-Doz. Dr. med. Kristoph Jahnke, MD - Lüder Fritz - GbR

Ältere Krebspatienten

Mit der rasanten Zunahme der allgemeinen Lebenserwartung in den vergangenen Jahrzehnten hat die Zahl der Patienten mit Krebserkrankungen insgesamt zugenommen. Gleichzeitig wächst die Gruppe der älteren Tumorpatienten immer stärker. Bei Erstdiagnose sind Frauen heute im Schnitt 68 Jahre, männliche Krebspatienten sogar 69 Jahre alt. Benötigen wir also eine speziell an diese wachsende Patientengruppe angepasste Behandlungsstrategie?

Dass die Zahl älterer Krebspatienten steigt, lässt sich biologisch vergleichsweise einfach erklären. Mit zunehmendem Alter verlieren die Zellen unseres Körpers immer mehr die Fähigkeit, Schäden in der Erbsubstanz zu erkennen und zu reparieren. Das heißt geschädigte Zellen werden nur noch unzureichend erkannt, können sich deshalb weiter teilen und sich im schlimmsten Fall zu einem bösartigen Tumor auswachsen.

Alter in Lebensjahren ist zweitrangig
Diese biologisch bedingte nachlassende Leistungsfähigkeit lässt sich nicht an Lebensjahren allein festmachen. Es gibt 80-Jährige, die mobil sind, ihr Leben selbstbestimmt gestalten und kaum über gesundheitliche Beeinträchtigungen klagen. Es gibt aber auch zunehmend 60-Jährige, die regelmäßig auf fremde Hilfe angewiesen sind, die unter verschiedenen chronischen Erkrankungen leiden und deshalb biologisch gesehen älter sind als ihre Zeitgenossen, die schon zwanzig Jahre länger leben.

Für die behandelnden Ärzte ist es sehr wichtig zu wissen, ob ein an Krebs erkrankter Mensch eine unter Umständen sehr belastende Therapie ertragen kann oder nicht. Das Alter in Lebensjahren spielt für die Beantwortung dieser Frage allerdings nicht die ausschlaggebende Rolle. Viel wichtiger ist der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten. Leidet er an Bluthochdruck, möglicherweise an einer Zuckerkrankheit? Ist die Funktion der Nieren eingeschränkt oder ist das Immunsystem  geschwächt, die Infektionsanfälligkeit also erhöht?

Biologisches Alter entscheidend
Die Antworten auf diese Fragen sind entscheidend, wenn es um die konkrete Auswahl eines Therapieverfahrens oder um die Erfolgsaussichten einer Behandlung geht. Das heißt im Ergebnis: Nicht das chronologische, sondern das biologische Alter entscheidet über die Behandlungsstrategie. Gerade deshalb ist es uns wichtig, die Behandlungsstrategie für unsere Patienten nicht nur nach ihrem Geburtsdatum, sondern nach ihrem allgemeinen Gesundheitszustand auszuwählen. Auch die Frage, ob jemand allein oder innerhalb einer Gemeinschaft lebt, kann für die konkrete Therapieent-scheidung von Bedeutung sein.

Ärzten stehen unterschiedliche Instrumente zur Verfügung, um den allgemeinen Gesundheitszustand ihrer Patienten zu bestimmen. Häufig genutzt wird beispielsweise der unten stehende Index der Weltgesundheitsorganisation WHO.

WHO-Index zum allgemeinen Gesundheitszustand

  1. volle Aktivität, normales Leben und Arbeiten möglich
  2. eingeschränkte Aktivität, leichte Arbeit möglich
  3. Selbstversorgung noch möglich, aber nicht arbeitsfähig, nicht bettlägerig, Ruhezeit weniger als 50 Prozent der Tageszeitds
  4. Selbstversorgung sehr eingeschränkt, mehr als 50 Prozent der Tageszeit ruhebedürftig, auf Pflege/Hilfe angewiesen
  5. ständig bettlägerig und pflegebedürftig

Mit ein paar zusätzlichen Informationen können Mediziner auch das biologische Alter bestimmen. Ein entscheidendes Kriterium ist ähnlich wie im WHO-Index die individuelle Mobilität. Wer sich innerhalb und außerhalb seiner Wohnung noch sicher bewegen kann, ist meist auch in der Lage, sich selbst zu versorgen und seine sonstigen Alltagsverpflichtungen zu erledigen. Systematisch lässt sich die Fähigkeit zur Organisation des eigenen Alltags mit standardisierten Fragebögen überprüfen.

Wichtig für die Beurteilung des biologischen Alters ist auch die Frage, ob ein Patient an sonstigen Erkrankungen leidet. Spezialisten für Erkrankungen des Alters (Geriater) haben sich mit dieser Problematik befasst und dazu auch eine standardisierte Skala entwickelt. Die sogenannte Comorbidity Illness Rating Scale Geriatric oder kurz CIRS-G wird in der Routine-Versorgung von Krebspatienten allerdings kaum genutzt.

Von GoGo bis NoGo
Was jedoch immer mehr Eingang findet in die Beurteilung älterer Krebspatienten, ist ein ursprünglich von angelsächsischen Medizinern stammendes pragmatisches Instrument. Je nach Mobilitätseinschränkung werden die Patienten einer von drei Gruppen zugeteilt:

  • GoGo: Patienten, die ihre Alltagsaktivitäten selbstständig erledigen können, sei es komplett aus eigener Kraft oder mit geeigneten Hilfsmitteln wie Gehstock oder Rollator.
  • SlowGo: Patienten, die zwar „langsamer“ gehen, aber zumindest teilweise in der Lage sind, diese Einschränkungen durch Hilfsmittel auszugleichen.
  • NoGo: Patienten, die auf ständige Betreuung angewiesen sind.

Wer entscheidet, was geht?
Die Entscheidung, welche Therapie für welchen Patienten die angemessene ist, fällen die behandelnden Ärzte immer erst nach sorgfältiger Prüfung aller Fakten in jedem Einzelfall. Alter allein ist jedenfalls kein Argument für eine Einschränkung der Behandlung. Keinem Menschen wird eine Therapie verweigert, weil sie sich angeblich „nicht lohnt“. Auch in biologisch hohem Alter kann es notwendig sein, massiv einzugreifen, wenn sich aus dem Wachstum des Tumors zusätzliche Gesundheitsprobleme ergeben.

Eine symptomlindernde, sogenannte palliative Therapie schließlich ist immer möglich. Jeder Patient hat darauf ein Recht. Auch ältere Krebs Patienten entscheiden selbst über ihre Behandlung, denn wie für alle gilt auch für sie: Entscheidend ist, was die Betroffenen selbst wünschen.