Onkologische Schwerpunktpraxis Brandenburg an der Havel

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Onkologische Schwerpunktpraxis Brandenburg an der Havel

Dipl.-Med. Carola Saati - Priv.-Doz. Dr. med. Kristoph Jahnke, MD - Lüder Fritz - GbR

Fatigue

Anders als die auf eine körperliche oder geistige Anstrengung folgende „normale“ Erschöpfung lässt sich eine Fatigue nicht durch Ruhephasen beseitigen. Betroffene Patienten fühlen sich trotz Erholung ständig müde.

Fatigue ist eine der bekannten unerwünschten Nebenwirkungen, die häufig in der Folge von Chemotherapien oder der modernen zielgerichteten Therapien auftritt.  Auch das Stadium der Tumorerkrankung spielt eine Rolle: je weiter der Tumor fortgeschritten ist, desto ausgeprägter sind die Fatigue-Beschwerden.

Andere Grunderkrankungen ausschließen

Drei Ebenen dieses Erschöpfungssyndroms sind zu berücksichtigen: 

  • reduzierte körperliche Leistungsfähigkeit
  • starke emotionale Schwankungen (Patienten sind besonders traurig und ängstlich)
  • kognitive Defizite (Betroffene können sich kaum konzentrieren und leiden unter regelrechten Denkblockaden).

Natürlich ist nicht jede Angst und auch nicht jede Erschöpfung mit einer Fatigue gleichzusetzen. Wenn eine Depression oder eine organische Erkrankung Ursache der Beschwerden ist, müssen wir diese Grunderkrankungen behandeln. Nicht selten finden wir beispielsweise eine Blutarmut (Anämie) oder eine Schilddrüsenunterfunktion als Auslöser der Erschöpfungsbeschwerden.

Akute und chronische Verlaufsformen

Sinnvoll ist es häufig auch, die Beschwerden zu objektivieren, das heißt genau nachzufra­gen, wie ausgeprägt die Fatigue ist. Wir bitten Patienten dann, ihre Beschwerden auf einer sogenannten Analogskala von 1 (keine Beschwerden) bis 10 (größtmögliche Beschwerden) einzuordnen. Wichtig ist schließlich noch zu wissen, wann die Beschwerden erstmals aufgetreten sind und wie lange sie anhalten. Neun von zehn Krebspatienten beklagen Fatigue-Beschwerden. Bei 60 bis 80 Prozent ist die Fatigue etwa drei bis sechs Monate nach der Krebstherapie überwunden. Man spricht dann von einer akuten Fatigue. Bei 20 bis 40 Prozent gehen die Beschwerden über in ein chronisches Fatigue-Syndrom. Das ist offenbar besonders häufig bei Brustkrebs-Patientinnen, aber, wie wir seit Neuestem wissen, auch bei Prostatakarzinom-Patienten der Fall.

Patienten haben Angst, Beschwerden anzusprechen

Patienten mit Fatigue trauen sich häufig nicht, ihre Beschwerden anzusprechen. Sie meinen, Erschöpfung und Ermattung gehören zur Krankheit und ihrer Therapie dazu; manche befürchten auch, die schreckliche Müdigkeit könnte ein Zeichen für ein Wiederauftreten der Tumorerkrankung sein. Auch Angehörige sind verunsichert und schwanken zwischen einem „Stell Dich nicht so an“ und der tiefen Angst vor einem Fortschreiten der Erkrankung. Aufklärung ist deshalb für Patienten und Angehörige gleich wichtig: Fatigue ist eine Folge der Tumorerkrankung, die behandelt gehört. Sie einfach zu ignorieren, verschlimmert die Situation nur.

Fatigue nicht einfach hinnehmen

Leider kann man gegen Fatigue nicht einfach eine Tablette einnehmen oder eine Spritze verabreichen. Am erfolgversprechendsten ist ein Aktivierungsprogramm, das den Patienten schrittweise aus der Fatigue herausführt.