Onkologische Schwerpunktpraxis Brandenburg an der Havel

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Onkologische Schwerpunktpraxis Brandenburg an der Havel

Dipl.-Med. Carola Saati - Priv.-Doz. Dr. med. Kristoph Jahnke, MD - Lüder Fritz - GbR

Gemeinsam zum Therapieerfolg

Wer schon einmal an einer schweren Virusinfektion erkrankt war und wieder genesen ist, wird sich als geheilt betrachten. Anders bei Krebserkrankungen: Anstelle von Heilung sprechen wir Ärzte lieber von Therapieerfolg, denn ein bösartiger Tumor ist nur selten endgültig besiegt. Andererseits kann man auch mit noch nachweisbaren Tumorresten gut leben. Und auch das ist dann ein Therapieerfolg. Wie man ihn prinzipiell erreicht, das erläutern wir in diesem Beitrag.

Vor 1980 starben etwa zwei Drittel aller Krebs patienten an den Folgen ihrer Tumorerkrankung, heute hat mehr als die Hälfte aller Betroffenen die Aussicht auf einen Therapieerfolg ohne wesentliche Einschränkung der Lebenserwartung. Doch selbst wenn ein Primärtumor operativ komplett entfernt werden konnte, bilden sich manchmal noch nach Jahren Tochtergeschwulste (Metastasen). Sie können aus einzelnen Krebszellen entstehen, die sich schon vor der Operation in Lymphknoten, im Knochenmark oder in anderen Organen abgesiedelt haben. Solche Kleinstoder Mikrometastasen entstehen bei manchen Krebserkrankungen bereits in sehr frühen Tumorstadien.

Therapie bei lokalisierten Stadien

Ist der Tumor noch auf ein Organ oder ein Gewebe beschränkt, werden zunächst Therapieformen eingesetzt, die möglichst nur die bösartige Geschwulst treffen sollen – Operation und Strahlentherapie. Im Rahmen der Operation werden der Tumor selbst und meist auch ein Stück des ihn umgebenden Gewebes herausgeschnitten. Auf diese Weise hofft man, auch solche Tumorzellen zu entfernen, die in die Umgebung des Tumors ausgewandert sind. Um den Behandlungserfolg zu stabilisieren, folgt auf die Operation nicht selten eine adjuvante (ergänzende) Chemotherapie.

Eine Chemotherapie wird bei manchen Patienten auch vor der Operation (neoadjuvant) durchgeführt. Damit soll der Tumor zunächst medikamentös verkleinert werden, um ihn anschließend mit größeren Erfolgsaussichten operativ entfernen zu können. Zur Stabilisierung des Behandlungserfolgs wird nach der Operation manchmal eine Nachbestrahlung verordnet. Das geschieht regelmäßig nach Brust erhaltenden Operationen des Mammakarzinoms oder wenn der Verdacht besteht, dass mikroskopisch kleine Tumorreste im Körper verblieben sein könnten.

Die Strahlentherapie kann die Operation auch komplett ersetzen, vor allem dann, wenn die Operation technisch nicht möglich ist – also wenn man den Tumor mit dem Skalpell nicht erreichen kann – oder wenn das Operationsrisiko für den Patienten zu groß ist. Andere Methoden zur Behandlung lokaler Tumoren nutzen Laserstrahlen sowie die Erhitzung oder die Vereisung des Tumorgewebes.

Behandlung fortgeschrittener Stadien

In fortgeschrittenen Stadien gewinnt speziell die Chemotherapie an Bedeutung, weil sie stets auf den gesamten Organismus wirkt. Darüber hinaus spielt die sogenannte Immuntherapie seit einigen Jahren eine immer größere Rolle. Spezielle Signalstoffe des Immunsystems kommen ebenso zum Einsatz wie im Labor gezüchtete Antikörper, die in der Lage sind, bestimmte Strukturen auf Krebszellen zu erkennen. Mit der gezielten Immuntherapie gelingt es außerdem, die Abwehrzellen des Patienten gegen den Tumor scharf zu stellen. Diese Aktivierung des körpereigenen Immunsystems funktioniert bislang allerdings nur bei Patienten mit schwarzem Hautkrebs, mit bestimmten Lungenkrebsarten und mit Nierenzellkarzinom. Darüber hinaus stehen auch sogenannte zielgerichtete Medikamente zur Verfügung, mit denen sich die Übertragung von Wachstumssignalen in Tumorzellen unterbinden und damit das Tumorwachstum bremsen lässt.

Therapieerfolg ist individuell

Was im Einzelfall Therapieerfolg bedeutet, besprechen wir individuell mit jedem Patienten. Gemeinsam erörtern wir die Frage, ob eine dauerhafte Heilung mit erträglichen Behandlungs-Nebenwirkungen erreichbar erscheint.

Selbst wenn sich herausstellt, dass eine Heilung nicht möglich ist, lässt sich aber möglicherweise eine komplette Remission (CR) erreichen. Von CR spricht man, wenn im Körper keine Krebszellen mehr nachweisbar sind. Als teilweise oder partielle Remission (PR) werden Therapieergebnisse bezeichnet, wenn der Tumor im Lauf der Behandlung mindestens um die Hälfte kleiner wurde.
Die Zeit von der kompletten Remission bis zum Wiederauftreten der Erkrankung nennen Ärzte rückfallfreies Intervall. Ab einem fünfjährigen rückfallfreien Intervall sind die Aussichten auf dauerhafte Heilung je nach Krebsart vergleichsweise gut. Bei manchen Patienten kann die Tumorerkrankung zum Stillstand gebracht werden, ohne dass sie ganz verschwindet. Sie gilt dann als stabile Erkrankung, die regelmäßig ärztlicher Versorgung bedarf.