Onkologische Schwerpunktpraxis Brandenburg an der Havel

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Onkologische Schwerpunktpraxis Brandenburg an der Havel

Dipl.-Med. Carola Saati - Priv.-Doz. Dr. med. Kristoph Jahnke, MD - Lüder Fritz - GbR

Sport und gesunde Ernährung verlängern das Leben

Sport kombiniert mit gesunder Ernährung bietet auch für Krebspatienten offenbar einen etwa 50-prozentigen Überlebensvorteil. So das Fazit einer im Juni 2007 veröffentlichten Studie mit Brustkrebspatientinnen.

Dass Sport auch Krebspatienten nutzt, dazu gibt es bereits seit mehreren Jahren konkrete Hinweise. Und auch die meisten Onkologen sind einer kanadischen Studie zufolge davon überzeugt, dass Sport für Krebspatienten nützlich, wichtig und sicher ist. Trotzdem empfiehlt nur etwa ein Viertel aller Onkologen regelmäßige sportliche Aktivität.

Überlebensvorteil von 50 Prozent

Wissenschaftlich lässt sich diese Zurückhaltung allerdings kaum noch rechtfertigen. Im Juni 2007 veröffentlichte eine US-amerikanische Forschergruppe im renommierten Journal of Clinical Oncology die ermutigenden Ergebnisse einer Studie mit 1490 Frauen, bei denen Brustkrebs in frühem Stadium diagnostiziert worden war. Dieser Untersuchung zufolge sind zwar sowohl Sport als auch eine gesunde Ernährung durchaus positiv zu betrachten, sie haben aber einzeln ausgeführt nur einen begrenzten Effekt.

Diejenigen Frauen hingegen, die beides miteinander kombinierten, also fünfmal täglich Obst und Gemüse zu sich nahmen und gleichzeitig an sechs von sieben Tagen mindestens eine halbe Stunde zügig spazieren gingen, hatten dagegen nach fünf Jahren einen Überlebensvorteil von etwa 50 Prozent. Interessanterweise profitierten alle Frauen von der Umstellung ihrer Lebensgewohnheiten, gleichgültig ob sie zu Beginn übergewichtig waren oder nicht.

Mäßig, aber regelmäßig

Sollen nun alle Krebs- oder zumindest alle Brustkrebspatientinnen beginnen, ihren Lebensstil in diese Richtung zu ändern? Grundsätzlich wäre das nicht schlecht; denn gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung sind immer empfehlenswert – nicht nur für Krebspatienten. Entscheidend für den Nutzen ist allerdings das möglichst lange Durchhalten der neuen Gewohnheiten. Was bei der Ernährung mit ein bisschen Fantasie noch leichter glücken mag, erscheint bei der körperlichen Aktivität schon schwieriger.

Je nach persönlicher Disposition kann das geforderte tägliche zügige Spazierengehen schon bald zur ungeliebten Pflicht werden. Und trotz aller guten Vorsätze ist dann nach wenigen Wochen das so ambitioniert begonnene Bewegungsprogramm schon wieder Geschichte.

Wie lässt sich die Motivation der Patientinnen dauerhaft aufrechterhalten? Sehr wirkungsvoll ist offenbar die individuelle Ansprache. Kanadische Forscher berichteten Anfang Juni 2007 darüber, dass Brustkrebspatientinnen umso eher bereit waren, sportlich aktiv zu werden, je mehr sie über die Vorteile eines Bewegungsprogramms wussten. Noch einmal steigern ließ sich die Motivation der Frauen, wenn ihnen ein Trimm-Gerät – genauer: ein so genannter Stepper – für den persönlichen Gebrauch zur Verfügung gestellt wurde.

Ein eigenes Gerät können wir Ihnen zur Steigerung Ihrer Motivation zwar nicht anbieten. Aber auch wir halten es für sinnvoll, von Zeit zu Zeit etwas Abwechslung ins Bewegungsprogramm zu bringen. Versuchen Sie es doch einmal mit Nordic Walking, fahren Sie mal wieder Rad oder schwimmen Sie im örtlichen Schwimmbad ein paar Bahnen. Achten Sie nur darauf, sich möglichst täglich etwa eine halbe Stunde intensiv zu bewegen.

Darf’s noch ein bisschen mehr sein?

Sich regelmäßig körperlich zu betätigen bedeutet nicht, nach sportlichen Höchstleistungen zu trachten. Wenn Sie sich täglich für eine halbe Stunde Bewegung verschaffen und dabei ins Schwitzen geraten, ohne aus der Puste zu kommen, dann haben Sie das richtige Maß an körperlicher Aktivität gefunden.

Ob Sie über dieses „Basisprogramm“ hinaus noch sportlich aktiv sein wollen oder können, hängt ganz allein von Ihnen ab. Wenn Sie vor Ihrer Erkrankung eher ein Sportmuffel waren, dann sollten Sie sich nicht zu weiteren körperlichen Anstrengungen zwingen. Ihre Muskeln und Gelenke haben mit der Verarbeitung des Basisprogramms genügend zu tun.

Für manche Patienten gehörte der Sport aber schon vor der Erkrankung zum Leben einfach dazu. Nach Rücksprache mit uns können sie in den allermeisten Fällen „ihre“ Sportart schon bald wieder ausüben, solange sie sich nicht damit überfordern. Im Zweifelsfall fragen Sie uns, wir beraten Sie gerne.