Onkologische Schwerpunktpraxis Brandenburg an der Havel

Tel.: 033 814 112 20
Fax: 033 814 112 29

Hochstraße 29, 14770 Brandenburg an der Havel

Allgemeine Anfragen:
mail@onkologie-brandenburg.de

Für Patienten:
info@onkologie-brandenburg.de
Montag 08.00 - 12.00
13.00 - 15.30
Dienstag 08.00 - 13.00
14.00 - 18.00
Mittwoch 08.00 - 13.00
Donnerstag 09.00 - 13.00
14.00 - 17.00
Freitag 08.00 - 12.00

Onkologische Schwerpunktpraxis Brandenburg an der Havel

Dipl.-Med. Carola Saati - Priv.-Doz. Dr. med. Kristoph Jahnke, MD - Lüder Fritz - GbR

Was kann ich nur gegen meine Angst tun?

Kein Zweifel, Krebs gehört trotz aller medizinischen Fortschritte auch heute noch zu den bedrohlichsten Krankheiten. Kein Zweifel, Krebs gehört trotz aller medizinischen Fortschritte auch heute noch zu den bedrohlichsten Krankheiten. Die Angst vor Krebs ist also nicht verwunderlich. Für Betroffene kann sie zur quälenden Realität werden. Fast jeder Krebspatient erlebt Phasen, in denen ihn die Angst zu erdrücken scheint. Wir haben dieses wichtige Thema für Sie in Form von Fragen und Antworten aufbereitet.

Immer wenn ich zur Ruhe komme und nachdenke, wächst in mir eine Angst, die immer größer wird, gegen die ich mich machtlos fühle. Was kann ich tun?

Für viele Patienten ist es hilfreich, sich genauer mit ihrer Erkrankung zu beschäftigen, sich zu informieren. Krebs ist nicht gleich Krebs. Hinter dem Begriff verbergen sich heute etwa 200 verschiedene Erkrankungen mit jeweils unterschiedlichen Behandlungsmöglichkeiten und Verläufen. Informieren Sie sich also, nutzen Sie unser Angebot, ausführlich über Ihre Situation mit uns zu sprechen. Wir kennen alle Ihre Befunde.

Ich habe mich bereits in allen möglichen Medien informiert: Bücher und Zeitschriftenartikel gelesen, im Internet recherchiert – wirklich zur Ruhe gekommen bin ich dadurch nicht. Im Gegenteil: Manchmal habe ich sogar Angst, eine wichtige Information übersehen zu haben und damit meine Chancen zu schmälern.

Sie tragen zwar eine Mitverantwortung bei der Behandlung, aber Sie können sich darauf verlassen, dass Sie bei uns nicht nur nach dem neuesten Stand der Forschung, sondern auch nach Ihren ganz persönlichen Bedürfnissen behandelt werden. Wir erarbeiten für Sie eine individuelle Behandlungsstrategie, die wir dann mit Ihnen gemeinsam umsetzen.

Wenn Sie das Gefühl haben, von Informationen geradezu „erschlagen“ zu werden, dann ist das ein Zeichen dafür, dass Ihr Kopf Entlastung braucht. Es mag Sie überraschen, aber körperliche Aktivität hilft enorm bei der Angstbewältigung. Und auch da gilt: Wir beraten Sie und besprechen ganz individuell, was Ihnen gut tut: ob zweimal täglich ein Spaziergang, Rad fahren, Schwimmen oder Nordic Walking – Sie werden spüren, dass es Ihnen danach besser geht.

Aber ist das letztlich nicht nur Ablenkung vom Wesentlichen? Ich muss mich doch aktiv auseinandersetzen mit dem, was mich bedroht.

Von „müssen“ kann keine Rede sein. Sie tun am besten nur das, was Ihnen wirklich gut tut. Diese Empfehlung gebe ich übrigens jedem Krebspatienten, unabhängig vom Stadium seiner Erkrankung. Das bedeutet konkret: Sie „müssen“ sich nicht zu irgendetwas zwingen. Es gibt viele Patienten, denen tut es gut, sich zumindest eine Zeitlang gar nicht mehr mit ihrer Krankheit zu beschäftigen. Überlegen Sie, wie Sie andere schwierige Situationen in Ihrem Leben bewältigt haben: Ablenkung oder zeitweise Verleugnung und Verdrängung des Problems können durchaus helfen, harte Zeiten durchzustehen. Sie haben das Recht, mit Ihrer Krankheit oder Ihrer Angst so umzugehen, wie Sie es für richtig halten.

Wenn ich nun aber nicht verdrängen kann oder will – was würden Sie mir dann empfehlen?

Vielen Menschen hilft das genauere Hinsehen: Wovor genau habe ich eigentlich Angst? Fürchte ich mich vor Schmerzen? Oder vor dem Verlust meiner Unabhängigkeit? Habe ich konkrete Angst zu sterben? Im nächsten Schritt kommt es darauf an, die Befürchtungen zu Ende zu denken. Wenn die Angst konkret, also klar umrissen wird, dann kann man allein oder mit Unterstützung von anderen auch konkret etwas dagegen tun. Wer Angst hat, irgendwann nicht mehr für sich selbst entscheiden zu können, kann diese Angst unter Umständen entkräften, indem er sich über die Möglichkeiten einer Patientenverfügung und einer Vorsorgevollmacht informiert. Die Angst vor dem Sterben wird für manche weniger quälend, wenn sie jeden Tag ganz bewusst angehen, sich über kleine Dinge freuen und genau hinschauen, wer und was ihnen gut tut. Anderen wiederum hilft es, die Versorgung der nächsten Angehörigen aktiv zu regeln. Wichtig ist sicher für die meisten, sich aus diesem furchteinflößenden Gefühl der Ohnmacht und des Ausgeliefertseins zu befreien.

Da mögen Sie Recht haben, aber ich denke, das hört sich einfacher an als es ist.

Das stimmt und stimmt auch wieder nicht. Letztlich kommt es darauf an, seinen eigenen Weg zur Bewältigung der Angst, zur eigenen Entlastung zu finden. Viele versuchen ihrer Angst im wahrsten Sinne des Wortes Ausdruck zu verleihen: indem sie malen, schreiben oder vielleicht Theater spielen. Die eigene Angst erhält so nicht nur eine Gestalt. Das Bewusstsein, schöpferisch zu arbeiten kann entlastend wirken und zufrieden machen.

Und wenn das alles nichts für mich ist?

Dann suchen wir gemeinsam weiter nach Wegen, die es Ihnen ermöglichen, Ihre Angst zu überwinden oder wenigstens zu entkräften.

Wir sind an Ihrer Seite.